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Generation Gleichgültig

14.03.09 von Ringo

An der Uni Konstanz gibt es seit 1981 die AG Hochschulforschung. Ihr Fokus liegt, wie der Name schon sagt, auf der empirischen Untersuchung der Hochschulentwicklung.
Ein wichtiges Element dafür ist der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführte Studierendensurvey (PDF). Darin sollen die (für das WS 2006/07 8.350 befragten) Teilnehmer in 98 Fragen beurteilen, wie sie z.B. die Studiensituation oder die Studienqualität einschätzen. Ebenso werden berufsbezogene und gesellschaftlich-politische Einstellungen der Studierenden erhoben.

In einem Beitrag des Kritiknetzes interpretiert Prof. Dr. Heinz Gess, Soziologe an der FH Bielefeld, die Ergebnisse der Studie:

“So gibt über die Hälfte der befragten Studierenden an, dass ihr die harte Bestrafung von Kriminellen, der Schutz der traditionellen Kleinfamilie, das Leistungsprinzip und die stimulierende Wirkung des Wettbewerbs auf dem Markt wichtig sind und sie in steigenden Maße Angst hat vor “kultureller Überfremdung” hat. Die Teilnahme am öffentlichen politischen Leben dagegen wird von den Studierenden in zunehmendem Maße als unwichtig oder bedeutungslos eingestuft. Es besteht kaum noch irgendeine Bereitschaft sich für das Grundrecht auf Meinungsfreiheit oder das Demonstrationsrecht aktiv einzusetzen. Selbst ihre eigenen kollektiven Belange sind den Studierenden ziemlich gleichgültig. Die Bereitschaft zu hochschulpolitischen Aktivitäten im Allgemeinen und studentischer Interessenvertretung im Besonderen ist auf ein kaum mehr zu unterbietendes Minimum gefallen. Diskussion und Kritikfreudigkeit sind so gering wie nie zuvor. Öffentliche Debatten werden nicht aufgenommen, sondern eher als lästig abgewehrt. Autoritäten qua Amt werden nicht in Frage gestellt, selbst dann nicht, wenn sie sich erkennbar als inkompetent erweisen und Grundrechte wie die Meinungsfreiheit an Hochschulen durch Degradation etwas des Rechts zur Herrschafts- und Verwaltungstechnik beschädigen. Die Studierenden passen sich dem autoritären Regime an den Hochschulen an und ziehen sich duckmäuserisch ins “Privatleben” des kleinen Bourgeois zurück, halten sich selbst aber gleich wohl immer noch für “links” oder “grün alternativ”.”

Für den Podcast “Bildung und Wissenschaft” des Deutschlandradios gab Tino Bargel, Soziologe an der Uni Konstanz und Leiter der Studie auch ein Telefoninterview, anhörbar hier (MP3).

Strategischer Konsum!

11.03.09 von Ringo

Ein sehr anschauliches Video über den Produktkreislauf und die ihm zu Grunde liegende Materialwirtschaft. Die deutsche Synchronstimme ist die von Jodie Foster, Hansi Jochmann.
Vielen Dank an die UTOPIA AG, die den Text übersetzt hat, auch wenn sich auf ihren Seiten Werbung befindet, die im Film ja zu recht verteufelt wird.


Story of Stuff – German from UTOPIA AG on Vimeo.

Das Grundeinkommen…

19.02.09 von Ringo

…ist keine Frage des “ob”, sondern des “wann”.
Den bekanntesten Vertreter der Idee kennen wahrscheinlich die meisten mittlerweile. Götz Werner, Gründer der “dm”-Drogeriemärkte, erklärt vieles auf seiner Webseite und in seinem Buch.
Nun bin ich auf einen Film gestoßen, der wirklich sehr ausführlich die Gründe für das Grundeinkommen nennt. Und der auch fein aufschlüsselt, wie es umgesetzt werden kann.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass es nicht einfach ist und viele Gründe auch dagegen sprechen. Doch eine Sache möchte ich einfach mal wissen:
Warum muss ich für ein Stück Land, das ich gerne bewohnen und/oder bewirtschaften möchte, bezahlen? Sicher, weil der, dem es gehört, auch dafür bezahlt hat. Aber wenn man in dieser Kette weit genug zurück geht, steht am Anfang eine schlichte Aneignung des Landes.
Alle Mieten, die man heute bezahlen muss, alle Grundstückspreise, so irrsinnig hoch sie auch sein können, fußen auf diesem frühzeitlichen, ungerechten “Das-gehört-jetzt-mir”.
Allein aus diesem Grund sollten alle Bürger eines Landes, das ja allen gehört, eine Mietkostenpauschale bekommen. Das wäre keine Aufforderung zum Faulenzen oder ähnliches, das wäre einfach nur gerecht.

Edit: Diese Pauschale könnte man auch Aneignungsausgleich nennen -- laut Google ein Wort, das im Netz bisher nicht existierte.

Aber zurück zum erwähnten Film, man kann ihn sich auf dieser Seite anschauen, ja sogar als DVD Image herunterladen. Als Einführung hier der Trailer:

Die HERRliche Welt der Blogs

08.02.09 von Ringo

Die Kommentarfunktion in Blogs ist eine feine Sache. Die Betreiber wollen damit die Leser einladen, ihre Meinung zu äußern, einen weiteren, möglicherweise auch entgegengesetzten Blick auf das Thema zu geben. Eine Gruppe erreicht mehr als ein Einzelner und somit kann man erwarten, dass durch die Beteiligung vieler ein Thema genauer durchleuchtet werden kann und diese Differenzierung ein erstrebenswertes Ziel ist.

Tja, wie man sich denken kann, sieht das in der Realität anders aus. Ein Problem sind die Stänkerer, die virtuellen Schläger, neudeutsch “Basher” genannt, die sicherlich störend sind, aber eigentlich harmlos, da sie keinen nachhaltigen Schaden anrichten, wenn man sie einfach nicht beachtet.

Das größere Problem sind die Demagogen. Ihre formulierten Wutausbrüche sind auf den ersten Blick meistens sympathisch, weil menschlich. Es ist dieses typische Oh-ja-endlich-mal-einer-der-die-Scheisse-beim-Namen-nennt, das dem Verfasser Beifall bringt. Falls man es nach diesem ersten Eindruck, der eine so mächtige Wirkung auf das Bauchgefühl hat, schafft, auch einen zweiten Blick auf das Geschriebene zu richten, kann man oftmals die Vermutung erlangen, dass ein Kommentieren hier sinnlos ist.

So zum Beispiel bei (nicht nur) einem Beitrag von Don Alphonso in seiner Blogbar. Er hat es geschafft, durch die erwähnte Technik eine große Leserschaft zu bekommen. Doch es bleibt nicht bei Demagogie. In seinem Machtstreben nutzt er folgerichtig auch das Mittel der Zensur. Der Sinn der Kommentarfunktion ist lediglich, Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die seine Meinung loben oder ergänzen. Kritische Äußerungen werden einfach gelöscht.

Als Beweis ein Bildschirmfoto der Kommentare zu oben verlinktem Beitrag: Klick
Mein Kommentar Nr. 40 (und vorher schon ein weiterer) wurde von ihm gelöscht. Ferner gibt er sogar zu (Kommentar Nr. 38), bei der FAZ, bei der er professionell bloggt, auch Kommentare bzw. Trackbacks zu löschen. Und das ist in diesem Fall kein Basher. Zensur bei der FAZ – fantastisch!

Außer meinem zukünftigen Nichtbeachten seines Blogs (was ihm natürlich am Arsch vorbeigeht) kann ich hier nur meinen Protest äußern und dazu auffordern, ihm keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Denn bei einer Beteiligung an solchen Blogs ist man kein Gleicher unter Gleichen. Dadurch, dass nichtgefällige Kommentare gelöscht werden, fügt man sich dem Hausherren, dem Don, und unterstüzt somit seine Egomanie.

Ein Klassiker der Luft

01.02.09 von Ringo

Der erste Song auf der ersten erfolgreichen Platte “Moon Safari” der französischen Band “Air”. La femme d’argent -- in einer neuen Version und einem fantastischen Video, in dem auch ein paar Anekdoten zu besagtem Album zu erfahren sind. Und alle Macuser werden die Kopfhörer aus dem Video haben wollen. :-D

(Mann muss übrigens nicht auf HQ klicken, die Videos werden bereits durch das “Smart Youtube”-Plugin in HQ abgespielt.)

Interessant auch dieses Video, das die Market Street in San Francisco 1905 zeigt: