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Archiv für April, 2007

Gesunder Ehrgeiz?

23.04.07

In unserer Gesellschaft wird der Eindruck vermittelt, der Ehrgeiz sei eine wichtige Eigenschaft, um Erfolg im Leben zu haben. Zumindest beruhe der Erfolg im Beruf darauf und meiner Meinung nach wird dieser landläufig mit dem Erfolg im Leben gleichgesetzt.
Beispiele für die Bedeutung finden sich en masse:

Ganz zu schweigen auch von den unzähligen Jobprofilen, in denen Ehrgeiz als gefragte Eigenschaft dargestellt ist.

Man muss natürlich erst einmal klären, was Ehrgeiz überhaupt bedeutet.
Wikipedia beleuchtet die Wortherkunft und schreibt:

“ursprünglich von Ehre und Geiz, gemeint ist jedoch die mittelalterliche Bedeutung Gier, also „nach Ehre gieren“ und nicht etwa „mit Ehre geizen“”

Meyers Lexikon online schreibt:

“das Streben, andere an Ehre, Geltung oder Macht zu übertreffen; ethisch teils positiv (als Leistungsimpuls), teils negativ bewertet, v. a. als übersteigerter Ehrgeiz (Ehrsucht), der andere in den Schatten zu drängen oder Leistungen vorzutäuschen sucht.”

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass im Englischen, wie im Französischen, nicht zwischen Ehrgeiz und Ehrsucht unterschieden wird. Beides heißt in beiden Sprachen “ambition”.

Warum möchten Firmen also Mitarbeiter einstellen, die ständig versuchen würden, andere Mitarbeiter an Ehre, Geltung oder Macht zu übertreffen?
Ich glaube, dies würde nur zu Neid und Missgunst, zu einem “Wettrüsten” der Untugenden führen und damit wohl eher nicht dem Erfolg der Firma dienlich sein.

Wichtiger noch ist aber die Frage, warum die Menschen selbst über anderen stehen wollen. Natürlich möchte man Anerkennung und Lob erfahren, möchte zeigen, dass man etwas kann.
Dazu ist es aber nicht notwendig, es auf eine Art zu tun, die vermeintlich zeigt, dass Andere eine Sache weniger gut können. Vielmehr sollte es so geschehen, dass Vertrauen in die eigene Sache vorhanden ist und diese somit glaubwürdig erscheint und infolgedessen anerkennungswürdig ist.
Ebenso wenig sollte man die Erwartungshaltung besitzen, dass jede Tat, jedes Handeln sofort belohnt wird.
Es ist falsch, etwas zu tun, weil man sich davon eine Belohnung verspricht. Besser ist, es zu tun, weil man glaubt, dass es das Richtige ist. Ohne Berechnung und ohne Hintergedanken.

Von Bertrand Russell stammt der weise Spruch:

Zuneigung zu empfangen, ist eine machtvolle Glücksquelle, der Mensch aber, der sie fordert, wird sie nicht erlangen.

Der Mensch, der verantwortungsvoll, wahrhaftig und konsequent handelt – und nicht nur am eigenen Wohl interessiert ist – wird Anerkennung bekommen. Es ist auch nicht die Quantität der Anerkennung wichtig, sondern ihre Qualität.

Ich denke, dass die Bedeutung des Wortes Ehrgeiz oftmals falsch verstanden und eingesetzt wird. Jemand, der einen großen Willen zeigt, eine Sache durchzuführen und sich darin nicht oder nur schwer beirren lässt, muss deswegen noch nicht ehrgeizig sein. Es ist genauso möglich, dass ihm sein Glauben an die Sache Stärke gibt. Und dieser Glaube wird ihm auch helfen, beim Verfehlen des Zieles oder (noch) fehlender Anerkennung, die Selbstachtung nicht zu verlieren.

Um die Titelfrage zu beantworten: Ich glaube nicht, dass es einen gesunden Ehrgeiz gibt – dieser Begriff ist eine Contradictio in adjecto.

Noch etwas zum Glauben – will man selbigen der Bildagentur fotosearch.de schenken, so sieht es so aus, wenn sich zum Ehrgeiz auch noch Aggressivität und Angst hinzugesellen.

Nouvelle Werbung

16.04.07

Mir ist bei der neuen Lippenstift-Werbung von Chanel aufgefallen, dass ich die Musik doch aus einem Film kenne.
Die Recherche hat mich wieder darauf gebracht: Georges Delerue komponierte die Filmmusik für den Nouvelle-Vague-Klassiker “Le Mépris” (“Die Verachtung” – Kritik) von Jean-Luc Godard, in dem die weibliche Hauptrolle von Brigitte Bardot gespielt wird.
Diese wunderbare Musik – genauer: “Camille” – ist also nun in dem Chanel-Spot zu hören, dazu sieht man Julie Ordon, eine Art “neue” Brigitte Bardot:

Was mich aber nun wundert, ist, dass in einem neuen L’Oréal Werbespot (“Age Re-Perfect Pro-Calcium” (!)) mit Jane Fonda die gleiche Musik zu hören ist:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Was die beiden Spots verbindet, sind allerdings nicht nur die Verwandtschaft der Produkte und die Musikauswahl, sondern auch der französische Regisseur Roger Vadim, der sowohl mit Brigitte Bardot, als auch mit Jane Fonda verheiratet war. Pas mal, non?

Ein Ausschnitt aus dem beachtenswerten Streifen:

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Eigene Komposition: Merging

04.04.07

Diesmal was Neues – sogar mit Text:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

i never stopped my dreaming
cause my dreaming is my life
no need to search for meaning
when good thoughts become alive

but digging deeper into truth
no reason to lose trust
you have to use your mental youth
to blow away the dust

and when you’ve reached the base of life
you will become aware
that if you tame your mental strife
love will be everywhere

but nonetheless i’m searching
for my yearning to come true
required is the merging
because bliss is made for two

-

Nachtrag: Der Text auf deutsch:

Ich habe nie zu träumen aufgehört,
denn meine Träume sind mein Leben.
Den Sinn zu suchen ist nicht nötig,
wenn gute Gedanken lebendig werden.

Aber die Wahrheit zu erforschen
ist kein Grund, das Vertrauen zu verlieren.
Benutze Deine geistige Jugend,
um den Staub wegzublasen.

Und wenn Du die Basis des Lebens gefunden hast,
wirst Du Dir der Sache gewahr werden,
dass, wenn Du Deine seelische Unzufriedenheit zähmst,
alles voller Liebe ist.

Aber trotzdem suche ich danach,
dass meine Sehnsucht erfüllt wird.
Nötig ist das Zusammenmischen,
denn die Glückseligkeit ist für Zwei gemacht.